Sonntag, 26. Oktober 2008

Ein Samstag im Mission District

Heute gings bei immer noch blauem Himmel in den Mission District. Der Fairness den regenverwöhnten Deutschen in der Heimat halber, sollte ich jedoch erwähnen, dass wir nicht ewig lange Sommer haben werden, sondern womöglich schon nächste Woche ein kühleres Klima in der Bucht vorbeischaut und dann ist erstmal vorbei mit den sommerlichen 25 °. Allerdings besteht hier immer die Chance bis Thanksgiving Ende November noch im T-Shirt seine Mittagspause zu genießen.

Soweit so gut. auf jeden Fall konnten wir gestern noch im T-Shirt durch die Straßen ziehen. Angefangen hat alles im Noe Valley: Ein schön gelegener Stadtteil, der vorwiegend von jungen und besserverdienenden Familien beowhnt wird. Das hat sich letztlich auch in zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Pubs geäußert. Nebenbei war am Samstag noch ein an ebendie Familien gerichtetes Straßenfest, an welchem es alles zu kaufen gab: Von den Batikkostümchen für die neugeborenen Baby-Hippies (hier sind gewöhnlich alle Hippies oder zumindest sehr alternativ und freidenkend, aber dennoch haben sie eins gemeinsam: viel Geld), über diverse Schwangerschaftsberatungen und ärztliche eher zweifelhafte Dienstleistungen bis Halloweenverkleidungen - natürlich auch für die kleinen verwöhnten Bratzen- konnte man alles erstehen. Essen gab es auch reichlich und das war dem Stande und Denken entsprechend 'organic' (biologisch angebaut).

Nachdem wir uns an den Batik-Shirt-Yuppies sattgesehen und Franzi ihre Creditcard zum pulsieren gebracht hatte streunten wir weiter in Richtung Castros District, wo wir schon einmal die hübsche Homoparade besucht haben. Dort erwartete uns der wirklich tolle Dolores Park. Er liegt unterhalb der Twin Peaks und bietet einen schöne Sicht über ganz San Francisco, die Skyline und sogar die Berkeley Hills, welche sich leider im Dunst versteckten. Eingerahmt wird das ganze durch eine sehr lockere Samstagsnachmittagsathmosphäre. Bei vieler und abwechslungsreicher Livemusik findet beim sonnen, picknicken, mit einem kühlen Bier in der Hand oder beim Frisbeespielen wohl jeder gestresste Baybewohner seine Zerstreuung unter wolkenlosem Himmel. Wirklich ein genialer Platz mit vielen unterschiedlich Leuten aus aller Welt und jeder Gesinnung, was in 'The City' natürlich auch zum guten Ton gehört.









Am späten Nachmittag erreichten wir den ältesten Teil San Franciscos und auch deren ältestes Gebäude,
die Mission Dolores: 1791 vom Franziskanermönch Junipero Serra im Zuge der spanischen Missionierung gegründet trägt eigentlich den Namen Mission des heiligen Franziskus von Assisi. Diesem Heiligen verdankt San Francisco übrigens auch seinen Namen, wohingegen Dolores auf die frühere Umgebung, die 'Laguna dolos Dolores', einen offenbar gräßlichen Sumpf hinweist. Um ungläubigen Indianern den Katholizismus näher zu bringen wurde an nichts gespart und ihnen sogar ein Massengrab geschaffen. Direkt nebenan steht die erst 1918 erbaute Basilika, die durchaus ansehnlich ist. Das war schließlich das Ende des Tagesausflugs und abends wurde lediglich lecker Curry gegessen.

So viele Eindrücke enden natürlich in vielen Fotos, die hier zu finden sind.

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